GSE
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Seit 125 Jahren engagiert und kompetent

Die GSE ist ein modernes gemeinnütziges Unternehmen, dessen Dienstleistungen von Kompetenzen und wegweisenden sozialen, pflegerischen und medizinischen Standards geprägt sind. Die Unternehmensphilosophie ist geprägt von einem anspruchsvollen Qualitätsdenken. Dieses hat seine Wurzeln in zwei namhaften Essener Unternehmen, dessen Tradition die GSE fortsetzt. Im Jahr 2000 fusionierten die Erwerbsbehinderten Arbeitsstätte (EA) und die Christopherus-Werkstätten (CW) zur heutigen GSE.

Ein kurzer Blick in die Geschichte

Am 18. November des Jahres 1884 gründeten Politiker und Honoratioren der Stadt Essen unter dem Vorsitz des damaligen Oberbürgermeisters Gustav Hache den „Lokalverein wider die Vagabundennoth“. Der Verein bot Durchreisenden und Arbeitslosen Hilfen, Wohn- und Schlafplätze, Verpflegung und Arbeit. Hieraus entstand das erste Wohnheim mit Arbeitsstätten, z.B. in der Papierverwertung. Weitere Projekte kamen hinzu, Standorte und Firmennamen veränderten sich häufig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein unter dem Namen Erwerbsbehinderten Arbeitsstätte (EA) als gemeinnützige GmbH neu gegründet. Die Aufgabenbereiche der EA weiteten sich ständig aus und das Unternehmen befand sich dauerhaft im Wachstum.

In den 1990er Jahren wurde der Grundstein für die Fusion mit den Christopherus-Werkstätten (CW) gelegt, die im Jahr 2000 endgültig vollzogen wurde. Gegründet im Jahr 1966, hatte CW es sich zur Aufgabe gemacht, behinderten Menschen unabhängig von Herkunft, Religion und Geschlecht einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen und sie so in gesellschaftliche Prozesse zu integrieren.

Beide Firmen setzten neue Maßstäbe in unterschiedlichen Bereichen der sozialen Versorgung in Essen und es bestand ein reger Austausch und intensive Zusammenarbeit zwischen EA und CW. Unter dem zeitgemäßen Namen „GSE Gesellschaft für Soziale Dienstleistungen Essen“ sind nun die Kernkompetenzen von EA und CW vereint und die GSE mittlerweise Synonym für vielschichtige und kompetente Dienstleistungen in der sozialen Arbeit in Essen.

Von der Gründung bis zum Unternehmen im 21. Jahrhundert

Die Stadt Essen befand sich Ende des 19. Jahrhunderts in einem Stadium rasanter Entwicklung. Der Bergbau erlebte seinen ersten großen Boom und die Bevölkerungszahl verdoppelte sich innerhalb von 20 Jahren auf 65.000 Menschen. Diese Entwicklung hatte allerdings auch negative Seiten: Die Wohn- und Arbeitsbedingungen verschlechterten sich, mit der Wirtschaftskrise von 1873 bis 1878 gingen soziale Probleme einher und Armut und Obdachlosigkeit stiegen an. Diese Notstände im sozialen Versorgungssystem ließen die Notwendigkeit erkennen, einen Verein ins Leben zu rufen, der konkrete Hilfe für nichtsesshafte und bettelnde Personen anbieten sollte. Es sollten Unterkünfte verbunden mit Arbeitsstätten und eine Naturalverpflegungsstation eingerichtet werden. Um dies zu verwirklichen, trafen sich am 18. November des Jahres 1884 ca. 40 Persönlichkeiten der Stadt Essen, überwiegend aus gehobenen gesellschaftlichen Schichten, und gründeten unter Vorsitz des damaligen Oberbürgermeisters Gustav Hache den „Lokal-Verein wider die Vagabundennoth“.

Die ersten Jahre

In der Stadt Essen wurde an der Schwelle zum 20. Jahrhundert die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer. Auf der einen Seite zelebrierten die gut situierten Bürger der Stadt, von denen es einige gab, feierliche Ereignisse wie die Eröffnung des neu gestifteten Grillo-Theaters, auf der anderen Seite kämpften die Bergleute des Reviers gegen sich zunehmend verschlechternde Arbeitsbedingungen, schlechte Behandlung, Verlängerung der Arbeitszeit und Unterbezahlung. Die Arbeit des Vereins bestand zu dieser Zeit darin, die Not von Bettlern und mittellosen Reisenden zu lindern, indem konkrete Hilfe, wie Unterkunft, Verpflegung und Arbeit angeboten wurde.

Arbeit statt Almosen

Unter dem Motto „Arbeit statt Almosen“ versorgte der Verein die Nichteingesessenen, die sich auf der Durchreise befanden. Im Jahresbericht von 1890 ist nachzulesen, dass die Arbeitsstelle in diesem Jahr von 1141 mittellosen Reisenden aufgesucht wurde. Im Jahre 1912 erweiterte der Verein sein Aufgabengebiet. Eine von vielen Namensänderungen in „Verein zur Fürsorge für durchreisende und ortsansässige Arbeitslose“ lässt schon erkennen, dass nun auch Ortsansässigen, die zum Teil auch körperlich und geistig behindert waren, Arbeitsmöglichkeiten geboten wurden. Besonders die sozialen Probleme als Folge des ersten Weltkrieges forderten die Arbeit des Vereins. Die Arbeitsfürsorge wurde ausgebaut, indem u. a. eine Holzzerkleinerungswerkstatt eingerichtet wurde. Zur gleichen Zeit wurde auch ein Ledigenheim für Männer zur dauerhaften Unterkunft und ein Asyl für Obdachlose geschaffen. Dadurch erhielt der Verein seine inhaltliche Aufgabenstellung, die bis in die 60er Jahre beibehalten wurde. In den 30er Jahren wurde den Einrichtungen eine Arbeitsvermittlungsstelle des Wohlfahrtsamtes angeschlossen. Die Stadt Essen erhielt ein Aufsichtsrecht und erstmalig einen Sitz im Vorstand.

Auch dunkle Zeiten

Wir möchten nicht verschweigen, dass in den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte, die mit der nationalsozialistischen Machtübernahme im Jahre 1933 begannen, der damalige Zeitgeist leider auch den Weg in das Unternehmen fand. Der Verein war der NS-Volkswohlfahrt angeschlossen und nicht mehr die Hilfeleistung, sondern die „besondere Bedeutung für den Geist der echten Gemeinschaft“ wurden zur Aufgabenstellung ernannt. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges zog der Verein auf das Gelände der Grabenstraße um, das auch heute noch zentrale Einrichtungen und die Verwaltung beherbergt. Von den schweren Zerstörungen durch den Krieg war auch der Betrieb des Unternehmens stark beeinträchtigt. Mit dem Wiederaufbau der Arbeitsstätten und des Ledigenheimes wurde sofort nach Kriegsende begonnen, doch die Aufnahme von Hilfe suchenden Personen und deren Versorgung war nur unter schwierigen Bedingungen möglich, so musste z. B. lange Zeit im Freien gekocht werden. Im Mai 1948 trat eine grundlegende und wichtige Veränderung ein, die bis zum heutigen Tage Bestand hat:

Gründung der gGmbH

Der Verein wurde aufgelöst und als gemeinnützige Gesellschaft (gGmbH) neu gegründet. Die Gesellschaft trug ab diesem Zeitpunkt den Namen „Erwerbsbehinderten-Arbeitsstätte Essen gGmbH“, kurz: EA. Gesellschafter sind seit dem die Stadt Essen mit 60% sowie die fünf Wohlfahrtsverbände (Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Ev. Stadtkirchenverband, Deutsches Rotes Kreuz und Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband) mit jeweils 8%. In den für viele Menschen katastrophalen Nachkriegsverhältnissen war die ErwerbsbehindertenArbeitsstätte für die soziale Versorgung in Essen unverzichtbar.

Der Gesellschaftszweck wurde wie folgt formuliert:

„Gewährung von persönlichen und wirtschaftlichen Hilfen an bedürftige Personen auf gemeinnütziger Grundlage.“

Dies wurde später noch um die Aussage ergänzt, dass auch „Alten- und Pflegeheime für Erwerbsbehinderte sowie Heime für Blinde, psychisch, geistig oder körperlich Behinderte und pflegebedürftige Personen“ unterhalten werden sollten. Diese wichtige Ergänzung gab den Anstoß zur Entwicklung der Firma zu ihrer heutigen Größe und Aufgabenvielfalt.

Zwischen 1950 und 1960 entstanden auf dem Gelände der Grabenstraße verschiedene Arbeitsstätten und Werkstätten, z. B. für Holz- und Papierverwertung oder Knopfherstellung. Der Neubau des Heimes für Nichtsesshafte wurde 1968 fertig gestellt, eine Resozialisierungsmaßnahme gefördert durch den Landschaftsverband Rheinland, die heute noch Bestand hat. Um ehemalige Bewohner des Landeskrankenhauses Bedburg-Haus, also psychisch und geistig behinderte Menschen, aufnehmen zu können, wurde 1972 das Haus am Hedwig-Dransfeld-Platz erworben, in dem rund 70 Personen wohnen konnten und noch immer können.

Gründung der CW

Viele von ihnen fanden Arbeitsmöglichkeiten bei den Christophorus-Werkstätten (CW), die im Jahre 1966 als gemeinnützige GmbH gegründet wurden. Die EA war zu 20% als Gründungsgesellschafter beteiligt. Satzungszweck der CW war es behinderten Menschen durch Arbeitsbetätigung in eigenen Werkstätten persönliche und wirtschaftliche Hilfeleistung zu gewähren. Ziel ist die Integration behinderter Mitmenschen. Schlüssel dazu ist die Ermöglichung der Berufstätigkeit und die damit verbundene Vermittlung eines Zugehörigkeitsgefühls und des Gebrauchtwerdens. In den Werkstätten werden unter den Augen und den helfenden Händen qualifizierten Betreuungs- und Therapiepersonals vielfältige Trainings- und Arbeitsfelder abgedeckt. Von der Gründung bis heute entstanden zwölf Werkstätten im Essener Stadtgebiet, die über 1400 behinderten Mitmenschen einen Arbeitsplatz bieten. EA und CW konnten so bereits in den 60er Jahren gemeinsam ein breites Spektrum sozialer Dienstleistungen anbieten und die Gründung der CW hat eine Lücke im sozialen Versorgungsnetz der Stadt Essen schließen können.

Expansion der EA

Haben die Jahre zwischen 1948 und 1990 eine erhebliche Vergrößerung gebracht, so kann man ab 1990 schon von einer explosionsartigen Entwicklung sprechen. Die Übernahme der städtischen Alten- und Pflegeheime, die expandierende Bautätigkeit und weitere neue Aufgabengebiete führten zu einer Verdoppelung der Bewohnerzahlen, die Zahl der Mitarbeiter stieg um das Dreifache an. Die EA wurde dadurch zu einem der größten Heimträger der Stadt Essen. Diese enorme Erweiterung war auch mit einigen strukturellen und organisatorischen Veränderungen des Unternehmens verbunden. Die EA hatte z. B. ab dem 1. Januar 1990 (zunächst bis 1994) zum ersten Mal in ihrer Geschichte zwei Geschäftsführer und die Aufgabenbereiche wurden einer klaren Linienstruktur zugeordnet.

Neuerung und Modernisierung

Nicht nur konzeptionelle Neuerungen, sondern auch einige Renovierungsarbeiten waren notwendig, vor allem im Bereich der Wohnungslosenhilfe. Die Wohnbereiche in der Grabenstraße wurden neu gestaltet und neu organisiert. Im Mittelpunkt steht seitdem die pädagogisch ausgerichtete Resozialisierung unserer Bewohner und eine weitere Einrichtung, das Wohnheim Esternhovede, kam hinzu.

Doch damit nicht genug: auch die fünf ehemals städtischen Alten- und Pflegeheime sollten auf den baulich und technisch neuesten Stand gebracht werden. Mit großem planungstechnischen und organisatorischem Aufwand sowie langen Verhandlungen mit Kostenträgern und großem Engagement unserer Mitarbeiter konnten die Maßnahmen umgesetzt werden. Bei der Einrichtung Hospital zum Heiligen Geist wurde statt eines Umbaus direkt eine Neubaumaßnahme durchgeführt und mit der Eröffnung des „neuen“ Hospitals im Jahre 1999 konnte die EA stolz sein auf eines der modernsten Pflegeheime in Essen.

Ausbau der Zusammenarbeit

Die bereits bestehende Kooperation der ErwerbsbehindertenArbeitsstätte mit den Christophorus-Werkstätten wurde intensiviert und optimiert, denn die Fusion des Jahres 2000 war schon fest ins Auge gefasst. Für beide Unternehmen spielten hierbei Faktoren wie Wirtschaftlichkeit und Ausnutzung von Synergien eine Rolle. Wichtig war aber auch die fachliche Zusammenführung der jeweiligen Aufgabenstellungen, die hinsichtlich der zu betreuenden Personengruppen bereits weitgehende Übereinstimmungen aufwiesen. Im Rahmen der Vorbereitung der Fusion wurde auch die Führungsstruktur beider Firmen verändert: zur Optimierung der Geschäftsinteressen wurde EA-Geschäftsführer Günter Büsselberg Mitgeschäftsführer der CW und umgekehrt CW-Geschäftsführer Heinz Bremenkamp Mitgeschäftsführer der EA.

Die Fusion

Am 1. Januar 2000 sind die Unternehmen EA und CW dann endgültig und offiziell zur Gesellschaft für Soziale Dienstleistungen Essen gGmbH (GSE) verschmolzen, deren Namensschriftzug die Farben grün, blau und rot trägt.

Durch die Fusion zweier führender Anbieter im sozialen Dienstleistungsbereich entstand mit der GSE eine neue Größe auf diesem Gebiet. Mit knapp 1300 Mitarbeitern, ihren vielfältigen Wohn-, Pflege-, Betreuungs- und Arbeitseinrichtungen für die ca. 1200 Bewohner unserer verschiedenen Einrichtungen und für 1600 behinderte Werkstattmitarbeiter konnte und kann die GSE neue Maßstäbe setzen.

Die GSE bietet bereits ein breites Spektrum sozialer Dienstleistungen an. Dies soll auch in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. So wurden jüngst z. B. die Werkstatt Nord I, Graf–Beust Allee 21 und das Pflegeheim Gerhard Kersting-Haus, Rheinische Straße 58 errichtet.

Unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, haben auch zukünftig z. B. die Schaffung von Ausbildungsplätzen (zur Zeit ca. 110 Ausbildungsplätze in den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft, Köche und Kaufleute), die Aufrechterhaltung der optimalen Betreuung unserer Bewohner sowie die individuelle Förderung unserer behinderten Mitarbeiter Priorität.